Wie bekomme ich einen unscharfen Hintergrund?

Der weiche Hintergrund hinter einem Porträt hat einen Namen — geringe Schärfentiefe. Das ist kein nachträglicher Effekt, sondern wird beim Fotografieren entschieden.

Was wirklich passiert

Ein Objektiv kann immer nur auf eine Entfernung scharf stellen. Alles Nähere oder Fernere ist leicht unscharf. Wie schnell diese Unschärfe zunimmt, wenn man sich vom Fokuspunkt entfernt, heißt Schärfentiefe.

Geringe Schärfentiefe heißt: die Unschärfe wächst schnell — das Motiv ist scharf, die Wand dahinter zerfließt. Große Schärfentiefe heißt: sie wächst langsam — Motiv und Berg dahinter sind beide scharf.

Drei Stellschrauben, in der Reihenfolge, die zählt

Die meisten greifen zuerst zur Blende. Fang beim Abstand an: kostenlos, stärker, und es klappt mit dem Handy in der Tasche.

Die f-Zahl läuft absichtlich verkehrt herum

f/1.8 klingt klein, bedeutet aber eine weite Öffnung. f/16 klingt groß, bedeutet aber eng. Die f-Zahl ist ein Verhältnis, keine Größe, also läuft sie andersherum.

Weit geöffnet lässt auch mehr Licht herein, die Blende ändert also Helligkeit und Unschärfe gleichzeitig. Deshalb steht sie neben Belichtungszeit und ISO.

Was Handys können und was nicht

Die meisten Handy-Objektive haben eine feste Blende — sie kann sich physisch nicht öffnen oder schließen. Deshalb erzeugt ein Handy Hintergrundunschärfe, indem es die Szene vermisst und per Software weichzeichnet. Das ist der Porträtmodus.

Er ist wirklich nützlich und wirklich eine Simulation. Er irrt an Kanten von Haaren, Brillen und Blättern, weil er entscheiden muss, wo das Motiv aufhört.

Lensmera zeigt dir das Schärfentiefe-Band, während du am Blendenrad drehst, und sagt klar, wann dein Gerät simuliert statt eine echte Blende zu öffnen.

Vom Lensmera-Team geschrieben.